„LfV Berlin observiert Politiker aus dem Abgeordnetenhaus“

 Zu den observierten Politikern ge­hörten neben Franz Neumann (SPD) und Carl Hubert Schwennicke (CDU-Landesvorsit­zender) auch der Fraktionsvor­sitzende der CDU, Lemmer, dessen Begegnungen mit dem Frei­herrn von Richthofen (Vorsitzender der Gesellschaft für die Wieder­vereinigung Deutschlands) von VfS­Beamten systematisch überwacht wurden. Nach Ansicht des Fraktionschefs würden „80% der Arbeit dieses Amtes darin bestehen, daß sich die Verfassungsschützer un­tereinander beschnüffelten. 15% ihrer Zeit mögen sie mit der Be­spitzelung freiheitlich denkender Politiker verbracht haben und 5% mit wirklich sachlicher Tätigkeit.“ Der Leiter des LfV Dr. Gotthard Friedrich (SPD) und sein Vize A.C.Hardtke, wurden beurlaubt, gleichzeitig beauftragte der Regierende Bürgermeister Ernst Reuter das BfV, Vorschläge für eine organisa­torische Umstrukturierung zu erar­beiten (Spiegel Nr. 50, S. 5, 1953).

Dieser Chronik-Eintrag wurde der Zeitschrift CILIP – Bürgerrechte und Polizei Nr. 28 (Heft 3/1987) entnommen. Mit herzlichem Dank an die Herausgeber.

 

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