VfS in der Neonazi-Szene – H.D. Lepzien

Als Verfassungsschutzmitarbeiter war Hans-Dieter Lepzien etwa seit 1975 am konspirativen Aufbau der amerikanischen NSDAP (Gary Laucks) in der Bundesrepublik be­teiligt. Er war mit dem Anführer der „Aktionsfront nationaler So­zialisten“ (ANS) Michael Kühnen freundschaftlich verbunden. Wei­terhin war er an der Gründung der Neonazistischen Braunschweiger Otte-Bande beteiligt und hatte diese mit Waffen und Sprengstoff versorgt. Diese Gruppe war unter anderem verantwortlich für den Sprengstoffanschlag vom 21.10. 1977 auf das Amtsgericht Hanno­ver. Im sogenannten Otte-Prozeß machte H. D. Lepzien seine Ver­bindungen zum Landesamt für Verfassungsschutz Niedersachsen publik. Der Leiter des Amtes Helmut Jüllich mußte daraufhin seinen Hut nehmen. (TAZ 10.2.1981) Lepzien wurde in diesem Prozeß zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, die er aufgrund eines Gnadenerlasses von Carl Carstens bis heute nicht anzutreten brauchte.

Im Umfeld der rechtsradikalen Szene wurden noch weitere Namen von VfS-Mitarbeitern bekannt, die an Straftaten beteiligt waren. So Armin Peil (Hamburg), Michael F. (Hamburg), der in einem Fememord-Prozeß gegen die ANS verwickelt war, Udo Albrecht aus der WSG Hoffmann. (ausführlich alles in Bürgerrechte & Polizei, Nr. 17, S. 57 ff.)

Dieser Chronik-Eintrag wurde der Zeitschrift CILIP – Bürgerrechte und Polizei Nr. 28 (Heft 3/1987) entnommen. Mit herzlichem Dank an die Herausgeber.

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